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FÜR ERWACHSENE

Thyago und der Klang der Trommel

Folge vom 02.08.2020

"Wenn ich einmal damit anfange, kann ich gar nicht mehr aufhören. Selbst nachts in meinen Träumen trommele ich noch weiter!" Thyagos Gesicht strahlt und seine dunklen Augen beginnen zu leuchten, wenn er vom Trommeln spricht. Der zwölfjährige Thyago lebt mit seiner Familie in Sao Cristovao, einem Viertel am Rande der kleinen Provinzstadt Arcoverde im Nordosten Brasiliens. Die Menschen hier sind arm.

Thyago ist eher schüchtern und doch ein lebensfroher Junge. Traurig wird er nur, wenn er hört, wie andere über sein Viertel reden: „Sie schauen auf uns herab, weil wir arm sind. Aber das stimmt nicht. Wir haben vielleicht weniger Sachen, aber wir hier sind auch reich. Denn wir reden miteinander, mögen uns und halten zusammen. Wir sind reich an Glück!“

Dieses Glück findet Thaygo auch in der Gruppe „Maracatú Sinhá. Hier lernt er gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen den Maracatú, einen brasilianischen Musikstil, der auf afrikanische Musikformen zurückgeht und durch afrobrasilianische Sklaven seine Verbreitung fand.

Seit vier Jahren verbringt Thyago jede freie Minute in der Gruppe. Hier lässt er seiner Leidenschaft freien Lauf, trommelt und tanzt nach Herzenzlust. Das einzige, was ihm noch fehlt und wovon er innig träumt, ist eine eigene Alfaia-Trommel. Bisher spielt er auf einer geliehenen. Aber die klingt nicht so gut wie eine „echte“, eine „selbstgebaute“. George, der Leiter der Gruppe „Maracatú Sinhá“, ist nicht nur ein guter Musiker, er ist  auch wie ein Vater für die Kinder. Er hört ihnen geduldig zu und ist da, wenn es Probleme gibt.

Für Thyago und die Gruppe steht ein wichtiger Auftritt bevor. Zum ersten Mal werden sie in ihrem eigenen Viertel spielen, in ihren bunten Gewändern singend, trommelnd und tanzend durch die holprigen Straßen ziehen. Die Kinder arbeiten hart an der Choreographie und proben täglich.

Der Tag des Auftritts rückt näher. Und da teilt George Thyago mit, dass er nun seine eigene Trommel bauen darf. Thyago kann sein Glück kaum fassen. Doch legt sich zugleich auch Sorge über ihn: „Wird die Trommel bis zum bevorstehenden Auftritt fertig sein? Wird ihr Klang auch wirklich gut?“

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