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FÜR ERWACHSENE

Josephine und das Gewitter im Kopf

Nächste Folge am 08.12.2019

um 20:30 Uhr

Josephine und das Gewitter im Kopf

Folge vom 17.03.2019 Untertitel: Für diese Sendung gibt es einen Untertitel. Mehr Infos

Es ist wie ein Gewitter im Kopf und wenn der Krampfanfall vorbei ist, fühlt sich Josephine wie nach einem Marathonlauf. Josephine hat Epilepsie.

Epilepsie ist eine Krankheit, die Krampfanfälle auslöst. Es gibt auf der Erde ungefähr 50 Millionen Menschen mit einer Epilepsie. Also fast jeder hundertste Mensch ist davon betroffen. Mit Medikamenten kann dafür gesorgt werden, dass die Anfälle seltener werden oder ganz aufhören.

„Wenn ich einen Anfall habe, macht mein Körper Dinge, die ich gar nicht möchte oder steuern kann. Trotzdem kann ich alles hören um mich herum, aber nicht sehen. Es ist wie ein Gewitter im Kopf.“

Josephines letzter Anfall ist schon eine Weile her. Wann der nächste Anfall kommt, weiß Josephine nicht. Niemand weiß es. Eigentlich will Josephine sein wie alle anderen Mädchen in ihrem Alter auch. Sie möchte sich mit ihren Freundinnen treffen, Fahrrad fahren und ins Schwimmbad gehen. Doch mit der Diagnose Epilepsie darf Josephine das nicht immer.

Sie will nicht dauernd nur als das Mädchen mit der Epilepsie wahrgenommen werden und nimmt ihre Krankheit trotzdem sehr ernst. Immer wieder stehen aufwändige Untersuchungen an, um zu sehen, was die Medikamente bewirken und was in Josephines Kopf passiert.

"Kurzschluss" im Gehirn

Epileptische Anfälle sind vielfältig und haben unterschiedliche Erscheinungsformen.Während eines Anfalls ist die Kommunikation bestimmter Nervenzellen im Gehirn untereinander gestört.

Die Zellen im Gehirn funktionieren mit Strom. Man kann den Stromfluss im Gehirn mit dem Strom aus der Steckdose vergleichen. Der Strom im Gehirn ist jedoch viel schwächer. Wenn zuhause ein Haushaltsgerät kaputt geht, das mit Strom funktioniert, knallt es manchmal und die Sicherung fliegt heraus. Die Lichter gehen dann alle aus.

So ein "Kurzschluss" kann auch im Gehirn passieren. Dabei fließt viel zu viel Strom, auch dort, wo er gar nicht hin soll. Funktionen wie Sprache, Bewegung und Bewusstsein, für die die Nervenzellen zuständig sind, sind während des Anfalls gestört. Danach sind alle Zellen so geschwächt, dass Josephine sich erst einmal erholen muss.

Josephine muss jeden Tag Medikamente nehmen. Diese haben starke Nebenwirkungen, weshalb man in ein paar Jahren damit aufhören und andere finden muss. Mit den Nebenwirkungen müssen Josephine und ihre Familie umgehen.

Wenn Josephine mit ihren Medikamenten gut "eingestellt" ist, darf sie inzwischen sogar alleine Fahrrad fahren. Schwimmen geht nur unter Aufsicht.

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