Alles über Depression

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letzte Ausstrahlung am 01.12.2019

Depressiv - wie fühlt sich das an? nach oben

"Als ob du einen Rucksack, der voller Backsteine ist, über Hunderte von Kilometern tragen musst. Die Krankheit hat mich fertiggemacht! Ich habe leise geweint. Meistens, wenn Mama dachte, ich würde Schlafen."

Phil

Zu Beginn solltest du wissen: Depression ist eine Krankheit. Keine Schwäche, keine Macke, keine Einbildung. Wodurch sie ausgelöst wird, ist bis heute nicht zu 100 % geklärt. Diese Krankheit ist sehr ernst. Sie nimmt Einfluss auf dein Fühlen, Denken und Handeln. Erkrankte brauchen Hilfe.

Traurig vs. Depressiv nach oben

Diese beiden Gefühlsmixe haben zwar viele Gemeinsamkeiten, sind aber auf keinen Fall dasselbe. Dadurch wird schnell etwas verwechselt, was manchmal zu Fehleinschätzungen und Missverständnissen führen kann. Merke dir: Nur, weil du mal etwas länger sehr traurig bist, heißt das nicht, dass du sofort depressiv bist.

Traurigkeit ist ein vorübergehendes Gefühl, das jeder kennt und schon empfunden hat. Es ist eine ganz normale Reaktion auf ein trauriges oder schlimmes Ereignis. Zum Beispiel den Tod eines lieben Menschen, eine Trennung, Verlust oder größere, einschneidende Veränderungen. Du weißt ja außerdem, dass in der Pubertät dein gesamtes Gehirn eine Baustelle ist. Da wird kräftig umgebaut. Deswegen kommen zusätzlich noch starke Stimmungsschwankungen dazu – von himmelhochjauchzend bis zu schwer betrübt. Schuld daran sind körperliche, hormonelle und soziale Veränderungen. Das kann alles zu gedrückter und trauriger Stimmung  führen, ist aber keine Depression.

Eine Depression hingegen ist eine ernste psychische und seelische Erkrankung. Ihr geht fast immer eine längere Phase voraus mit gedrückter und zugleich gereizter Stimmung. Bei einer Depression wird das eigene Denken, Fühlen und Handeln stark negativ beeinflusst.  Alles wird von einem traurigen Gefühl überdeckt, das völlig grundlos empfunden wird. Im Verlauf der Erkrankung können viele Betroffene nicht mal mehr diese Traurigkeit empfinden. Sie fühlen sich nur leer, erdrückt und ohne Energie.

Auslöser und Anzeichen einer Depression nach oben

Viele Faktoren müssen zusammen kommen, um eine Depression auszulösen. Die Anzeichen für eine depressive Erkrankung sind langanhaltend über mehrere Wochen und Monate vorhanden. Hier findest du einen groben Überblick:

Ursachen einer Depression Anzeichen einer Depression
Ständige Überlastung + anhaltender Stress länger anhaltende gedrückte und zugleich gereizte Stimmung
viele kleine Veränderung in sehr kurzer Zeit Rückzug von Freunden
einschneidende, größere Veränderungen (Trennung, Scheidung, Ortswechsel, Verlust geliebter Menschen ...) Wiederkehrender Wunsch, lieber allein zu Hause zu bleiben
traumatische Erlebnisse (Tod Angehöriger, schwere Erkrankung, Unfall, Missbrauch ...) Gefühl von fehlender Energie, Trägheit, Müdigkeit
Liebeskummer Keinen Bock mehr auf die alltäglichsten Dinge, die vorher zum Leben gehörten
Streit in der Schule / Mobbing / Kränkung Konzentrationsschwierigkeiten, das Nachdenken fällt schwer, Entscheidungen zu treffen eine Herausforderung
Misserfolge in der Schule / beim Sport Zukunftsangst, Angst vor Neuem
Drogenmissbrauch (Alkohol, Rauchen, ...) Schlafstörungen
genetisch, erbliche Vorbelastung (umstritten) Gedanken an Tod und Selbstmord

Hilfe finden nach oben

Wende dich direkt, anonym und ohne, dass es deine Eltern erfahren, an Sabine und ihr Team von der Diakonie. Dort bekommst du innerhalb der nächsten 72 Stunden eine Antwort auf deine Frage. Oder du rufst die Nummer gegen Kummer (im bundesweiten Netz unter der 0800 - 111 0 333 und europaweit unter der 116 111) oder die TelefonSeelsorge (0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222) an. Die Anrufe sind anonym und kostenlos.

Bei Selbstmord-Gedanken anderer nach oben

  1. Zuhören, mit viel Ausdauer, Verständnis zeigen
  2. Keine Vorwürfe, keine witzigen Sprüche
  3. Ernst nehmen
  4. Anbieten, weiter miteinander zu reden
  5. Du kannst in keinem Fall allein helfen, dafür braucht es Hilfe von Profis
  6. Du kannst dabei helfen zusammen mit deinem Freund oder deiner Freundin diese Hilfe zu finden
  7. Such dir aber auch selber Unterstützung bei Eltern, Lehrern oder einer Beratungsstelle

Pubertät

Baustelle: Körper

Wenn du in die Pubertät kommst, sind es drei Dinge, die sich grundlegend verändern: Gefühlswelt, Körperwuchs, Gehirn. Diese drei Veränderungsprozesse hängen miteinander zusammen. Purer Stress. Für dich UND deine Eltern.