Die digitalisierte Kindheit

Die digitalisierte Kindheit

Digitale Medien bieten Kindern eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich zu informieren, zu spielen und mit anderen zu kommunizieren. Diese Entwicklung birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Damit Kinder sich sicher durch die Angebotswelt bewegen können, brauchen sie Unterstützung.

Digitale Medien bieten Kindern eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich zu informieren, zu spielen und mit anderen zu kommunizieren. Diese Entwicklung birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Damit Kinder sich sicher durch die Angebotswelt bewegen können, brauchen sie Unterstützung.

Durch die immer schneller werdende Entwicklung von digitalen Technologien werden in allen Lebensbereichen Veränderungsprozesse ausgelöst. Die Mediatisierung von Kindheit steht besonders im Fokus und wird teilweise kontrovers diskutiert: angefangen bei der Frage, ab wann Kinder Zugang zu mobilen Geräten bekommen sollen, über Smartphones an Schulen und den Einsatz von Apps im Unterricht. In allen Themenbereichen werden dabei Kinderrechte tangiert: Gesundheit, elterliche Fürsorge, Spiel und Freizeit, Partizipation oder das Recht auf Privatsphäre.

Infos und Hintergründe

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist YouTube sehr beliebt. Zum einen ist die Videoportal jederzeit und überall erreichbar. Zum anderen werden über YouTube immer wieder neue Trends gesetzt, so dass vermeintlich jeder über Nacht zum Star werden kann.

Laut JIM-Studie 2017 ist YouTube für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren die wichtigste Plattform für Bewegtbild-Inhalte. So nutzen sie 88 % der Jugendlichen mindestens mehrmals pro Woche, 63 % täglich. (Quelle: JIM Studie 2017)

Das Smartphone ist für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein ständiger Begleiter: Ob zu Hause, unterwegs, beim Treffen mit Freund*innen und auch beim Fernsehen, das Handy ist immer dabei. Laut Bitkom-Studie nutzen Kinder ihre Handys am meisten zum Telefonieren (88 %) und Musik hören (83 %), aber auch als Messenger (82 %) sowie als Kamera und für die Internet-Recherche (je 78 %) sind die kleinen Computer sehr beliebt.

Für Zwölfjährige zählt das Smartphone bereits zur Standardausstattung: Bei den Zehn- bis Elfjährigen verfügen 67 % der Kinder über ein eigenes Gerät. Bei den Sechs- bis Siebenjährigen besitzen bereits rund ein Drittel ein Smartphone und schon rund zwei Drittel der Kinder im Kita-Alter (70 %) nutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. (Quelle: BLIKK-Medienstudie 2017 & Kinderwelten-Studie 2018)

Der JIM-Studie 2 1017 zufolge ist WhatsApp das beliebteste Kommunikationsmittel bei den Jugendlichen, gefolgt von Instagram und Snapchat. (Quelle: JIM-Studie 2017) Mädchen sind dabei länger in sozialen Medien unterwegs als Jungen – im Schnitt knapp über drei Stunden pro Tag, Jungs dagegen „nur“ 2,5 Stunden. Je älter die Befragten werden, desto mehr Zeit verbringen sie in den sozialen Netzwerken.

Wie die Forsa-Umfrage der EU-Iniative klicksafe ergab, macht sich die Mehrheit der Eltern Sorgen bei der Internetnutzung ihrer Kinder. Demnach befürchten 55 %, dass ihr Kind in den Sozialen Netzwerken von Fremden kontaktiert wird bzw. an Personen gerät, die ihm schaden wollen oder, dass ihr Kind zu persönliche Inhalte von sich ins Internet stellt. (Quelle: klicksafe 2018)

Ob auf der Spielekonsole, am Tablet oder auf dem Smartphone: Games sind insgesamt auf dem Vormarsch. 89 % der Zehn- bis 18-Jährigen spielen regelmäßig Computer- und Videospiele. (Quelle: Bitkom 2017)

Cybermobbing ist vor allem bei Jugendlichen weit verbreitet: Fast jeder Dritte (34 %) der Zwölf- bis 19-Jährigen hat schon einmal erlebt, dass in seinem Bekanntenkreis jemand im Internet oder über das Handy gemobbt wurde. (Quelle: JIM-Studie 2016)

Das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) ergab, dass es vielen Eltern an Problembewusstsein mangelt, was die Persönlichkeitsrechte von Kindern im digitalen Raum bzw. was den verantwortungsvollen Umgang mit Kinderfotos auf Sozialen Netzwerken betrifft.

34 % der Eltern, die Bilder oder Informationen von Kindern posten, gaben an, diese dabei gar nicht miteinzubeziehen. (Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk)