Über Homosexualität sprechen

KUMMERKASTEN

Über Homosexualität sprechen

Sabine Marx im Interview

Die Pubertät ist für jeden Jugendlichen eine turbulente Phase, in der viele psychische sowie körperliche Veränderungen vor sich gehen und das Interesse an Sexualität wächst. Wie können Eltern mit ihrem Kind entspannt über Sexualität sprechen?

Habe ich Vorurteile?

Sabine Marx:

  • Hinterfragen Sie Ihre eigene Grundeinstellung: Fühlen Sie ein Unbehagen? Wie stehen Sie zu unterschiedlichen sexuellen Orientierungen? In Sexual-, Lebens-, Erziehungs- und Familienberatungsstellen können Sie sich Unterstützung holen und über Ängste und Unsicherheiten sprechen.

  • Homosexualität ist kein Fehler, keine Krankheit und wird auch nicht durch Erziehung verursacht. Niemand kann Einfluss nehmen auf die sexuelle Orientierung eines anderen Menschen. Es ist nicht Ihre Verantwortung, ob Ihr Kind hetero-, homo- oder bisexuell ist.

  • Wenn Sie in Alltagssituationen dem Thema Homosexualität begegnen, vermeiden Sie abwertende oder lächerlich machende Bemerkungen. Machen Sie klar, dass Homosexualität nichts Verwerfliches und kein Tabu für Sie ist.

Wie verhalte ich mich gegenüber meinem Kind?

Sabine Marx:

  • Achten Sie darauf, was Ihr Kind von sich aus erzählt: Die beste Freundin hat zum ersten Mal einen Freund. Der Freund darf bei seiner Freundin übernachten. Das können gute Anlässe sein, gelassen und unverkrampft ins Gespräch zu kommen über die Wünsche, Träume und Orientierungen des Kindes.

  • Das Coming out, sich also vor sich selbst und anderen zur eigenen sexuellen Orientierung zu bekennen, kann sehr schwer sein. Viele haben vor allem Angst vor Reaktionen von Freunden, Lehrern und Eltern. Seien Sie stolz auf sich und Ihr Kind, wenn es sich Ihnen gegenüber offenbart. Es ist ein großer Vertrauensbeweis.

  • Homosexuelle begegnen zum Teil noch immer Vorurteilen und Ablehnung. Gerade unter Jugendlichen werden Ausdrücke wie schwul und Schwuler abwertend und beleidigend benutzt. Seien Sie aufmerksam und horchen nach, welche Erfahrungen Ihr Kind macht, wenn es sich zum Beispiel in der Schule geoutet hat. Bieten Sie ihm Unterstützung an, wenn nötig.

  • Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, wie wichtig es ist, sich mit Kondomen vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen, ganz egal welche Orientierung es hat.

Lassen Sie Ihr Kind spüren und wissen: Ich liebe dich, so wie du bist und stehe hinter dir und daran ändert auch eine bestimmte sexuelle Orientierung nichts.

Hey, Sabine | Rechte: KiKA | Sabine MArx

Die Expertin

Sabine Marx

Sabine Marx ist die Beraterin des KUMMERKASTEN-Teams. Sie ist Leiterin der Diakonie eMail-Beratung für Kinder und Jugendliche und gibt auf den Erwachsenenseiten regelmäßig Tipps zu den Themen.

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Iris am 21.05.2019 um 18:34 Uhr

Das hat mir mega geholfen!!! Dankee!

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