Kinder brauchen Rituale

Medienerziehung

Kinder brauchen Rituale

Die Lieblingssendung fällt einfach aus?

Der allabendliche Gruß vom Sandmann, die Geschichte mit Kikaninchen oder eine Fantasiereise mit der Sendung „Zoés Zauberschrank“ - das können lieb gewordene Gewohnheiten werden. Eine Sendung, regelmäßig gesehen, ist gelerntes Ritual. Damit strukturiert diese, wie andere Rituale auch, den Alltag Ihres Kindes und gibt ihm eine gewisse Ordnung und Orientierung.

Manchmal müssen Rituale einer unvorhergesehenen Situation weichen!

Es kommt überraschend Besuch und der Fernseher wird ausgeschaltet. Oder Sie sind bei den Großeltern: Der Sender ist nicht zu empfangen. Manches Mal ist es auch nur eine kurzfristige Programmänderung, die verhindert, dass die Lieblingssendung Ihres Kindes heute ausgestrahlt wird. Missmut kommt auf und oft kommt es sogar zum Streit.

Gut zu wissen:

Die ganze Ordnung ist durcheinander!

Der gewohnte Ablauf ist gestört, ohne dass Ihr Kind ausreichend darauf vorbereitet ist. Es ist irritiert und verunsichert. Mit der Vorfreude hatte es konkrete Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Damit kann ein Kind noch schlecht umgehen.

Neben Ohnmachtsgefühlen fehlen die Fertigkeiten, Enttäuschungen angemessen zum Ausdruck zu bringen. Auch deshalb kann Ihr Kind trotzig reagieren, teilweise mit starken Gefühlsausbrüchen. Der Umgang mit solchen Rückschlägen und Enttäuschungen will eben erst gelernt werden.

Wie ein Kind darauf reagiert, kann von verschiedenen Faktoren abhängen:

  • Je älter ein Kind ist, desto leichter kann es mit der Situation umgehen. Es kann sich verbal äußern, nach und nach gezielter ausdrücken und versteht die Zusammenhänge besser.

  • Außerdem kommt es darauf an, welche Erfahrungen Ihr Kind bisher mit solchen Situationen gemacht hat und auch, wie Eltern in der Regel damit umgegangen sind, wenn Geplantes oder Rituale plötzlich ausfallen.

Darauf sollten Sie achten:

Üben Sie ruhig das Unvorhergesehene. Entwickeln sie gemeinsam Regeln, auf die Sie im Ernstfall zurückgreifen können.

  • Erfinden Sie gemeinsam Beispielsituationen, die Ihre rituellen Abläufe durcheinander bringen könnten. Fragen Sie Ihr Kind, was es gerne tun würde, wenn es die Sendung nicht sehen kann. So macht sich Ihr Kind langsam vertraut mit situativen Änderungen und wird selbst kreativ, damit umzugehen.

  • Bieten Sie Alternativen: Üben Sie z.B. den Notfall und die Aufnahme einer Sendung, um Ihr Kind diese zu einem späteren Zeitpunkt gucken zu lassen.

  • Haben Sie eine Folge der Lieblingsserie in Reserve für unvorhergesehene Pannen.

  • Machen Sie den Vorschlag, anstelle der Sendung ein Spiel zu machen oder stattdessen auf die Internetseite der Sendung zu schauen. Manche Sendungen werden in der Mediathek wiederholt. In einem Onlinespiel zur Sendung kann Ihr Kind aktiv sein und selbst mitmachen.

  • Informieren Sie Ihr Kind möglichst früh darüber, wenn ein Ritual vielleicht nicht eingehalten werden kann, damit es sich darauf einstellen kann.

Je öfter Ihr Kind die Erfahrung macht, dass Kompromisse ausgehandelt werden können, umso schneller lernt es zu kooperieren. Und wenn das Kind von Ihrer Seite her Verständnis spürt, kann es leichter mit seiner Enttäuschung umgehen. Sollte das im Ernstfall wieder mal nicht klappen:

Geben Sie Ihrem Kind genug Zeit, eine unvorhergesehene Situation für sich anzunehmen. Wenn es sich beruhigt hat, können Sie den Verlust, den es gerade verarbeiten musste, noch einmal ansprechen.

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