Sieht mein Kind zu viel fern?

Medienerziehung

Sieht mein Kind zu viel fern?

Fragen wie diese sind nicht pauschal zu beantworten. Wir versuchen Ihnen Anregungen zu geben, damit Sie das Verhalten Ihres Kindes und seine Mediennutzung besser einordnen können.

Fernsehen bietet den Kindern Unterhaltung, Abwechslung, Spannung und Abenteuer. Kinder können sich mit einem Tastendruck die Welt, egal ob Wirklichkeit oder Fantasie, in ihr Zimmer holen und von einem Ereignis zum nächsten „springen“. Außerdem suchen Kinder häufig Vorbilder, wollen informiert werden oder schauen fern, wenn sie nichts Besseres zu tun wissen.

In Deutschland lebende Kinder verbringen etwa 90 min täglich vor dem Fernseher. Oft läuft der Fernseher nur nebenbei. Eltern sollten versuchen, den Kindern einen bewussten Fernsehkonsum zu vermitteln, d.h. Sendungen zu schauen, die altersgerecht, interessant und wichtig sind.

Ein Kind verbringt meist dann zu viel Zeit vor dem Fernseher, wenn es dafür mehr Zeit aufbringt als für andere Aktivitäten wie zum Beispiel Schule, Spielen, Freunde. Problematisch ist der Fernsehkonsum dann, wenn Kinder zu viel allein und unreflektiert fernsehen.

Kleine Kinder sehen am liebsten Sendungen, bei denen sie etwas lernen können sowie märchenhafte und abenteuerliche Zeichentrickfilme. Ab etwa sechs Jahren beginnen sich Jungs eher für Actionfilme und Mädchen für Serien, in denen die Familie und Tiere eine wichtige Rolle spielen, zu interessieren.

Fernsehen kann für Kinder entspannend und lustig sein, aber auch bewirken, dass Kinder aufgekratzt oder ängstlich sind. Negative Wirkungen machen sich meist dann bemerkbar, wenn Kinder ausschließlich eine Sendungsart schauen und neben dem Fernsehen zu wenig Ausgleich durch andere Beschäftigungen haben.

Kinder schauen sich, so wie viele andere Verhaltensweisen, auch den Fernsehkonsum von ihren Eltern ab. Sehen Eltern sehr oft fern, werden die Kinder dies mit größter Wahrscheinlichkeit ihnen gleichtun. Das Beispiel der Eltern ist also besonders wichtig für das Fernsehverhalten der Kinder. Außerdem sollten Eltern, wie Kinder, sich Sendungen nicht wahllos anschauen, sondern sich auch kritisch über das Gesehene unterhalten.

Quelle:
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Postadresse: Südwestrundfunk, Medienforschung, Hans-Bredow-Straße, 76530 Baden-Baden

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